Polystyrol – ein vielfältig verwendbarer Kunststoff

Polystyrol begegnet Ihnen im Alltag ständig, da der Kunststoff vielseitig eingesetzt wird. Er dient unter anderem zur Verpackung oder zur Dämmung. 

Was ist Polystyrol?
Der Kunststoff wird abgekürzt als PS bezeichnet und ist auch unter dem Namen Polystyren bekannt. PS gehört zur Kategorie der so genannten thermoplastischen Kunststoffe. Das bedeutet, bei Erhitzung verformt sich PS und wird flüssig. Kühlt er sich ab, wird er wieder fest. Dieser Vorgang kann beliebig oft wiederholt werden. Polystyrol kommt in verschiedenen Formen vor. Als Standardprodukt ist PS durchsichtig und wird beispielsweise zu Verpackungsfolien verarbeitet. Durch die Zugabe von Treibgas wird der Kunststoff aufgeschäumt. Er ist dann nicht mehr so fest, dafür aber sehr leicht und elastisch. Aufgeschäumtes Polystyrol ist unter dem Namen Styropor bekannt. 

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Die Eigenschaften des Kunststoffs können je nach Herstellungsverfahren und Zusätzen modifiziert werden. Reines PS kann nur bis zu Temperaturen bis ca. +55°C eingesetzt werden, da es bei größerer Wärme weich wird und seine mechanische Festigkeit verliert. Der Kunststoff kann in allen Farben eingefärbt werden. Gegen wässrige Laugen und mineralische Säuren ist Polystyrol gut widerstandsfähig. Durch viele organische Lösungsmittel, beispielsweise Benzin, Toluol oder Aceton wird PS angegriffen. Das kann bei der Verarbeitung zum Verschweißen genutzt werden. Polystyrol ist nicht UV-beständig. Der Kunststoff ist brennbar. Er entwickelt eine gelbe, stark rußende Flamme und schmilzt beim Verbrennen. Durch den Zusatz von Flammschutzmitteln kann der Flammpunkt erhöht und die Feuerbeständigkeit verbessert werden.
Das Material gehört zu den Standard-Kunststoffen und nimmt in der Verwendung den vierten Platz nach Polyethylen, Polypropylen und Polyvinylchlorid ein. Es ist sehr vielseitig einsetzbar. Zu den häufigsten Einsatzzwecken gehören Lebensmittelverpackungen wie Joghurtbecher. Des weiteren hat der Kunststoff nur sehr geringe Schrumpfungsneigungen. Dadurch eignet sich Polystyrol besser als andere Kunststoffe zum Herstellen passgenauer Bauteile. Dazu gehören beispielsweise CD-Hüllen und Kassetten. Im Spritzgussverfahren wird PS beim Plastikmodellbau verwendet. Da der Kunststoff gut isoliert, werden daraus Schalter, Gehäusedeckel und andere Bauteile produziert. Geschäumtes Polystyrol (Styropor) wird ebenfalls vielseitig benutzt, zum Beispiel als Verpackungs- oder Dämmmaterial aber auch für Schutzhelme oder Surfboards. Die Bauindustrie gehört zu den größten Abnehmern. Dort wird PS hauptsächlich zur Wärmedämmung, aber auch zur Dämmung von Schall eingesetzt. Spezielle Zusätze setzen die Gefahr der Brennbarkeit herab.
Der Kunststoff wurde erstmals 1931 von den damaligen I. G. Farben in Ludwigshafen hergestellt. In aufgeschäumter Form wurde PS 1949 erstmals produziert und 1950 unter dem Namen Styropor zum Patent angemeldet. Polystyrol wird durch die Polymerisation des Ausgangsprodukts Styrol produziert. Heute gibt es 2 verschiedene Verfahren zur industriellen Produktion. Weltweit werden pro Jahr ungefähr 20 Millionen Tonnen Polystyrol hergestellt. Der Kunststoff wird als feinkörniges Granulat an die Kunststoff verarbeitenden Firmen geliefert. Dort wird es durch Erhitzen aufgeschmolzen und kann zu beliebigen Formen verarbeitet werden.
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